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Achtung Verachtung!


Projektwoche zum Thema „Rechtsextremismus“ an der SBW Frauenfeld
Besuch einer Ausländerklasse in Kreuzlingen


Da das Haus des Lernens in der Zürcherstrasse keine vom gesellschaftlichen Kontext losgelöste Insel ist, hat sich das Lehrerteam der Schule entschlossen, den Themenkomplex „Rechtsextremismus“ in einer Projektwoche aufzugreifen. Den Ausgangspunkt bildeten zahlreiche Fragen zu historischen Bezügen und aktuellen politischen Vorgängen, aber auch zu Begrifflichkeiten wie „links“ und „rechts“, „Demokratie“ und „Diktatur“, „Rassismus“ und „Menschenrechte“, die überwiegend von den Schülerinnen und Schülern selbst stammten.


Die gesamte Schule hatte sich bereits seit Jahresbeginn durch die Auseinandersetzung mit Norton Rhues Jugendroman „Die Welle“ für das Thema dieser Woche sensibilisieren lassen. Vermehrte Geschichts-Inputs zum Nationalsozialismus stellten im Vorfeld das nötige historische Faktenwissen bereit.


Für die Projektwoche selbst wurde die sonst übliche Schul- und Unterrichtsorganisation völlig umgekrempelt. Klassenverbände wurden aufgelöst, statt dessen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler durchweg engagiert und interessiert in altersgemischten Gruppen an Themen wie Rassismus, Rechtsextremismus, Ausländer- und Asylpolitik. Die Nachmittage hatten einen kreativ-gestalterischen Schwerpunkt. Rollen- und Theaterspiel, Kunst und Graphik, bildeten einen Gegenpol zu den eher faktenlastigen Vormittagen. Ein solches Intensivprogramm verlangt natürlich auch nach Ruhe und Entspannungsphasen. Dafür sorgte ein mit zahlreichen Spielen und Ruhemöglichkeiten ausgestatteter „Chill-out“ -Raum.


Die Begegnung mit einer Gruppe junger Ausländer in Kreuzlingen bildete einen der Höhepunkte der Woche. Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Gelegenheit zu intensiven Gesprächen und machten die Erfahrung, dass manche Stammtischparole sich in Nichts auflöst, sobald hinter Schlagwörtern Menschen sichtbar werden.


Am Ende einer ungewöhnlichen Schulwoche sollte aber auch nach aussen ein Zeichen gesetzt werden. 120 Luftballons mit persönlichen Friedensappellen und Gedanken zur vergangenen Woche erhoben sich in den Himmel über Frauenfeld. Es bleibt zu hoffen, dass alle diese Botschaften auf fruchtbaren Boden fallen. Thomas Weber

 
Rollenspiel
 
  Plakat einer KreaKtiv-Gruppe
chill-out
120 Ballone vor dem Start